Anzeichen für eine Depression

„Ich bin depressiv“ ist schnell gesagt. Doch handelt es sich bei einer Depression um eine ernstzunehmende und klar definierte seelische Erkrankung, die professionelle Hilfe erfordert. Hier erfährst Du, an welchen Anzeichen Du eine Depression erkennst.

Depressionen werden häufig unterschätzt

Wer kennt es nicht, schlechte Laune und einfach keine Lust auf irgendetwas? Jeder hat mal einen schlechten Tag. Das ist völlig normal und gehört einfach dazu. Allzu häufig sprechen wir dann umgangssprachlich schon davon „depressiv“ zu sein. Dabei sollte eine Depression nicht unterschätzt werden. Mit einer Depression ist man nicht alleine. In Deutschland erkranken jedes Jahr über 5 Millionen Menschen an einer Depression. Sie ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen.

Eine Depression ist eine Krankheit und sollte auch so behandelt werden.

Es handelt sich noch nicht um eine Depression, wenn du mal traurig bist oder deine Stimmung gedrückt ist. Eine Depression ist eine Erkrankung, die darüber hinaus geht. Die Symptome einer Depression sind klar definiert und im international anerkannten Klassifizierungssystem ICD-10 der Weltgesundheitsorganisiation (WHO) festgehalten.

 

Eine Depression wird von jedem individuell erlebt

Nicht jede Person mit einer Depression leidet unter genau denselben Beschwerden. Nur die Betroffenen selbst können berichten, wie sie die Erkrankung erleben. Viele teilen jedoch ähnliche Anzeichen an denen sich eine Depression erkennen lässt.

Die Welt durch eine graue Brille sehen

Die Welt wirkt grauer als sonst und es fühlt sich vielleicht an, als hätte sich eine Art Schleier über Dich gelegt. Für einfache Tätigkeiten des Alltags fehlt die Energie und an Dingen, die Dir sonst immer Spaß gemacht haben findest Du keine Freude mehr. Die Kraftlosigkeit wird zum vorherrschenden Lebensgefühl.

Nicht alle Menschen, die an einer Depression leiden, weinen den ganzen Tag.

Dass alle depressiven Menschen viel weinen, ist allerdings eine Illusion. Bei manchen ist dies der Fall, andere wiederum können gar nicht mehr weinen. Mitmenschen beschreiben das Verhalten von Betroffenen oftmals als teilnahmslos. Für Betroffene selbst fühlt es sich häufig an, als wären sie zu gar keinem Gefühl mehr fähig. Daher bleiben Aufmunterungsversuche von Mitmenschen oft ohne Wirkung.

Wieso fühle ich mich so wie ich mich gerade fühle?

Diese Frage hast du dir vielleicht auch schon gestellt. „Ich hätte doch eigentlich keinen Grund deprimiert zu sein“. Der Eindruck, selbst für den eigenen Zustand verantwortlich zu sein kann zu Selbstvorwürfen und dem Gefühl von Schuld fühlen. Sich klein fühlen und Gedanken wie „ich kann nichts“, „ich bin nichts“ kennen viele Betroffene. Unverständnis der Umwelt wie „Das wird schon wieder“ oder „reiß dich doch einfach zusammen“ können dazu führen, dass sich betroffene Personen noch mehr zurückziehen.

Das Gefühl von Unruhe und Unkonzentriertheit

Während einer Depression kann es dir schwerer fallen als sonst, dich zu konzentrieren, zu erinnern oder Entscheidungen zu treffen. Und das nicht nur bei der Arbeit oder in der Schule. Manchmal bereitet es schon Schwierigkeiten Gesprächen zu folgen oder einfach nur still zu sitzen. Anderen fällt es umgekehrt schwer, sich zu bewegen.

Wie soll ich durch den Tag kommen?

Probleme beim Einschlafen oder ein schlechter bzw. unregelmäßiger Schlaf können das morgendliche Aufstehen zur Qual werden lassen. Hinzu kann eine große Erschöpfung tagsüber kommen und das Bedürfnis nach einem tiefen, erholsamen Schlaf. Als Folge der Schlafstörungen kann die Stimmung häufig besonders morgens gedrückt sein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch vom „Morgentief“.

 

Bei manchen zeigen sich die Anzeichen einer Depression vor allem körperlich

Woran lässt sich eine Depression erkennen?

Manche Menschen verspüren zunächst eher körperliche Beschwerden und suchen nach einer physischen Ursache dafür. Betroffene berichten oft von unbestimmten Schmerzen im Kopf- oder Rückenbereich. Auch Verdauungsprobleme, Magen-Darm-Beschwerden oder Herzprobleme können auftreten.

Die individuelle Variation an Symptomen kann das Erkennen einer Depression erschweren.

Bei Frauen sind Menstruationsbeschwerden in Kombination mit Depressionen nicht selten. Viele Betroffene verlieren außerdem ungewollt an Gewicht. Die Libido – die Lust an Sexualität – leidet. Im Zweifelsfall können die individuellen Variationen dazu führen, dass eine Depression vorerst nicht als solche erkannt wird.

Symptome beeinflussen sich gegenseitig

Einzelne Symptome können sich gegenseitig beeinflussen. So neigen einige Menschen mit einer Depression beispielsweise zum Grübeln. Gedanken, die um negative Erlebnisse kreisen, stören das Schlafverhalten. Schlechter Schlaf wiederum befeuert negative Gedanken oder verringert die Gedächtnisleistung. Dies hat wiederum Auswirkungen auf das Selbstvertrauen. Somit entsteht ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss.

Spätestens bei Suizidgedanken sollte Hilfe in Anspruch genommen werden.

Die negativen Annahmen sind in manchen Fällen so stark, dass sich Gedanken an den Tod aufdrängen. Spätestens wenn Suizidgedanken auftreten, sollte man sich ärztliche oder psychologische Hilfe suchen.

Eine Depression beeinträchtigt das gesamte Leben

Kaum eine Krankheit beeinträchtigt das Leben eines Menschen stärker als eine Depression. Auch für Angehörige bedeutet die Erkrankung oft eine enorme Belastung. Selbst von guten Freunden ziehst du dich womöglich zurück – aus Erschöpfung oder Scham. Da sich eine Depression auf Gefühle, Gedanken, Verhalten und Körper auswirken kann, betrifft sie den Menschen als Ganzes. Das gesamte Wohlbefinden ist betroffen.

Eine Depression betrifft den Menschen als Ganzes: Gefühle, Gedanken, Verhalten und Körper.
Eine Depression wirkt sich auf den gesamten Menschen aus: auf Gefühle, Gedanken, Verhalten und Körper.

 

Eine depressive Episode kann behandelt werden

Man spricht von einer sogenannten depressiven Episode, wenn eine gewisse Anzahl an Symptomen über den Zeitraum von mindestens zwei Wochen kontinuierlich vorliegt. Dabei gibt es unterschiedliche Schweregrade. In Fachkreisen unterscheidet man leichte, mittelgradige und schwere depressive Episoden. Eine Diagnose wird nur durch einen Arzt oder Psychotherapeuten gestellt.

Mit professioneller Behandlung gehen depressive Episoden schneller vorüber.

Die Bezeichnung „Episode“ deutet bereits darauf hin, dass eine Depression auch wieder vorübergeht. Dennoch kann eine solche Phase lange anhalten. Mit professioneller Behandlung lässt sich der Zeitraum der depressiven Episode deutlich verringern. Wenn depressive Symptome frühzeitig erkannt werden, kann man rechtzeitig gegensteuern – mit dem Ziel, so bald wie möglich zu einem stabilen und ausgeglichenen Leben zurückzukehren. Spezielle Depressionstests können dabei helfen, Symptome zu erkennen und den ersten Schritt zu gehen.

Moodpath hilft dir  dabei den ersten Schritt zu machen.

Wenn auch du dich fragst, ob du von einer Depression betroffen sein könntest bietet die kostenlose App „Moodpath“ einen einfachen Weg Klarheit zu gewinnen. Sie erkennt depressive Symptome und bietet dir eine fundierte Einschätzung deiner psychischen Gesundheit.

 

Foto von Volkan Ölmez