Diese 10 Eigenschaften machen dich zu einem richtig begabten Zuhörer

Manche Menschen hören zu, um zu antworten. Wieder andere, um sich selbst zu hören. Und dann gibt es diejenigen, die aufmerksam und feinfühlig das Gesagte aufnehmen und verstehen. Das sind die, die wirklich zuhören. Jeder kennt sie im Freundeskreis. Sie vermitteln ein Gefühl von Vertrauen und Wärme.

1. Du bist im Hier und Jetzt

Nicht selten sind wir beim Zuhören gar nicht wirklich im aktuellen Moment. Noch während der andere spricht, haben wir bereits unsere Schlüsse gezogen, sind gedanklich Kilometer weiter oder legen uns Kommentare bereit. Richtiges Zuhören heißt, dass du deinen inneren Monolog stoppst, und deinem Gegenüber vollste Aufmerksamkeit schenkst. Wie im Lichtkegel einer Taschenlampe ist der andere im Fokus und du bist voll auf ihn eingestellt.

Fokus ist beim Zuhören sehr wichtig.

2. So leicht lenkt dich nichts ab

Zuhören ist gar nicht leicht, obwohl es oft einfach erscheint. Genau aber das ist das Problem: es erweckt den Anschein als sei es so leicht, dass man parallel noch etwas anderes erledigen könnte. Doch ein Gehirn, das zuhört, kann nicht gleichzeitig eine SMS schreiben.

Um wirklich zuzuhören, musst du mögliche Ablenkungen zu verhindern wissen. Du legst dein Handy weg, klappst den Laptop zu oder schaltest den Fernseher aus. Jetzt ist nicht die Zeit zu beweisen, dass Multitasking möglich ist.

3. Du bist neugierig

Das Interesse an der anderen Person ist eine wichtige Voraussetzung. Das mag paradox klingen, aber gerade bei sehr vertrauten Menschen, ist die Neugierde manchmal etwas eingeschlafen. Wir kennen die Person ja schon und überhören meist das Neue im Alten.

Im Gespräch besitzt du die Eigenschaften eines Detektivs. Du sammelst Informationen, bist willig zu erfahren und zu entdecken, was dein Gegenüber empfindet und bewegt.

4. Du hast eine offene Haltung und bewertest nicht vorschnell

Wir sind es gewohnt schnell Dinge zu beurteilen. Das ist ganz normal und in den meisten Fällen auch sinnvoll. Beim Zuhören sind vorschnelle Bewertungen aber ein richtiger Gesprächskiller. Man ist innerlich dann schon dabei Gesagtes zu kommentieren. „Oh man, das hätte ich ganz anders gehandhabt.“ So richtig hört man dann nicht mehr zu. Es ist wichtig, diese Reaktionen ans Ende zu schieben. Ansonsten entgeht einem das zugrunde liegende Gefühl des Gegenübers, um seinen Standpunkt richtig zu verstehen oder sogar nachzuvollziehen.

5. Deine Sinne sind auf Empfang geschaltet

Tappende Füße unterm Tisch, hochgezogene Augenbrauen – auch der Körper des Gegenübers spricht und muss gehört werden. Diese nonverbale Kommunikation ist wichtig, um empathisch auf dein Gegenüber eingehen zu können. Und nicht nur das: Zuhören ist keinesfalls passiv, sondern ziemlich aktiv. Die Körpersprache eines guten Zuhörers antwortet auch mit einem verständnisvollen Nicken oder einer offenen Haltung.


6. Du bist ein guter Fragensteller

Zuhören ist nicht gleich Schweigen. Es ist sinnvoll an bestimmten Punkten in einem Gespräch dem Gegenüber zurückzumelden, dass du zuhörst. Das geht am besten mit klärenden Fragen, ob man alles richtig verstanden hat. „Mit anderen Worten meinst du…“ sollten fester Bestandteil deines Frage-Repertoires sein. Nicht nur versuchst du das Gesagte in eigenen Worten wiederzugeben, sondern du gehst auf Nummer sicher, dass du auch erfasst hast, was wirklich gemeint ist. Sagen und Meinen sind manchmal zwei paar Schuhe.

7. Du kannst deine Meinung zurückstellen und andere akzeptieren

In vielen Talkshows im Fernsehen kämpfen Politiker darum, ihre Meinung Kund zu tun. Gespräche sind dann eigentlich nur aneinandergereihte Monologe, in denen keiner wirklich zuhört, geschweige denn zusammen kommt. Dabei ist das Aufgreifen und Vertiefen von Ideen für eine gelungene Konversation doch so entscheidend.

Hört man zu, offenbart sich ein Bild von der Welt des Gegenübers. Und auch wenn dies mit dem eigenen Weltbild nicht übereinstimmt, ist es wichtig interessiert und zugewandt zu bleiben, sich der Subjektivität der Dinge bewusst zu sein und Meinungsverschiedenheiten als belebende Chance Neues zu erfahren wahrzunehmen.

8. Du quasselst nicht dazwischen

Hand auf’s Herz: Jeder kennt Situationen, in denen man den Satz des anderen schon in Gedanken vervollständigt hat und ihn am liebsten vorwegnehmen möchte. Doch wer vorwegnimmt, kann gleichzeitig nicht weiter zuhören.

Geduld ist auch beim Zuhören eine Tugend. Auch wenn der Andere noch das passende Wort sucht, sollten Pausen ausgehalten werden. Ein Satz braucht Ruhe, um sich zu entwickeln. Es handelt sich schließlich nicht um einen Wettkampf.

9. Du bleibst authentisch

Jeder kennt sie: die Dauerredner ohne Punkt und Komma. Manchmal ist die Balance so unausgeglichen, dass man einfach nicht mehr zuhören kann. Dann ist es vollkommen in Ordnung jemanden zu unterbrechen. Niemand muss sich volllabern lassen. Nur so kann ehrliches Interesse gewährt bleiben, was entscheidend ist, um gut zuhören zu können.

10. Du erkennst deine Grenzen

Als guter Zuhörer, erkennst du, wann eine andere Art des Zuhörens angezeigt ist. Nämlich das Zuhören eines Psychotherapeuten oder Seelsorgers. Das ist dann der Fall, wenn Stimmungsschwankungen mehr als nur schwankende Stimmungen sind. Wenn bewährte Strategien, mit denen die Person sonst schlechte Phasen überstanden hat, nicht mehr ausreichen und die Anforderungen des Alltags über den Kopf wachsen. Manchmal ist das Leiden der Betroffenen so groß und die Situation so festgefahren, dass die betroffene Person professionelle Hilfe benötigt.

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