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Kennst du den Unterschied zwischen Psychologe, Psychiater und Psychotherapeut?

Im Bereich der psychischen Gesundheit gibt es viele verschiedene Berufe und Berufsbezeichnungen. Du willst dich an eine Fachperson wenden und suchst den richtigen Ansprechpartner? Wir haben die wichtigsten Unterschiede zusammengefasst.

Psychologe, Psychiater, etc. - Wer ist der richtige Ansprechpartner?

Du sorgst dich um deine psychische Gesundheit – oder die eines dir Nahestehenden?

„Durchlebe ich nur eine schwierige Phase oder handelt es sich schon um eine psychische Erkrankung?“. Diese und ähnliche Fragen stellen sich viele Menschen im Laufe ihres Lebens. Der nächste Schritt ist dann oft ein Online-Selbsttest bzw. ein Smartphone-Screening wie das von Moodpath. Wenn du nach einem ersten Test den richtigen Kontakt suchst, ist es zunächst hilfreich, mehr über die verschiedenen Berufsgruppen zu wissen.

Psychologe

Psychologen haben ein Studium der Psychologie abgeschlossen. Darin haben sie sich zum Beispiel mit Themen wie psychologischer Diagnostik, klinischer Psychologie aber auch Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie beschäftigt. Sie dürfen zwar diagnostizieren und beraten, aber keine psychischen Erkrankungen behandeln, also keine Therapie anbieten. Medikamente dürfen von Psychologen nicht verschrieben werden.

  • Schwerpunkt: Beratung, psychologische Diagnostik
  • Studium: Psychologie
  • Zusatzqualifikation: nicht zwingend
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Ja
  • Kostenübernahme: Nein

Ärztlicher oder Psychologischer Psychotherapeut

„Ärztliche Psychotherapeuten“ haben ein Medizinstudium absolviert und im Anschluss eine dreijährige Facharztausbildung, die sogenannte Approbation, zum Psychotherapeuten abgeschlossen. Zu ihren Behandlungsmethoden gehört auch die medikamentöse Therapie.

  • Schwerpunkt: Psychotherapie
  • Studium: Medizin
  • Zusatzqualifikation: Psychotherapie
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Ja
  • Kostenübernahme: Ja

Als „Psychologische Psychotherapeuten“ werden hingegen Psychologen bezeichnet, die nach ihrem Universitätsstudium der Psychologie eine drei- bis fünfjährige Zusatzausbildung absolviert haben. Psychologische Psychotherapeuten dürfen keine Medikamente verschreiben.

  • Schwerpunkt: Psychotherapie
  • Studium: Psychologie
  • Zusatzqualifikation: mehrjährige Psychotherapie-Ausbildung („Approbation“)
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Ja
  • Kostenübernahme: Ja

Die mehrjährige Zusatz- oder Facharztausbildung nach dem Psychologie oder Medizinstudium bildet die Voraussetzung dafür, dass Psychotherapie angeboten und durch die Krankenkassen abgerechnet werden kann. Psychotherapeuten spezialisieren sich auf eines (oder mehrere) Psychotherapieverfahren, die in Deutschland zugelassen sind.

Psychiater

Psychiater sind Fachärzte für seelische Erkrankungen, das heißt, sie haben ein Medizinstudium abgeschlossen. Um den Titel „Psychiater“ zu tragen, muss ein Arzt nach dem Studium eine mehrjährige Facharztausbildung absolvieren. Psychiater sind die richtige Anlaufstelle, wenn es um die Verschreibung von Medikamenten geht, da sie sich vor allem mit der körperlichen Seite psychischer Erkrankungen beschäftigen.

  • Schwerpunkt: medikamentöse Behandlung
  • Studium: Medizin
  • Zusatzqualifikation: Psychiatrie
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Ja
  • Kostenübernahme: Ja

Psychotherapeut (HP) und Psychotherapie nach Heilpraktikergesetz

Obwohl die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ in Deutschland geschützt ist, finden sich – vor allem im Internet – oft Abwandlungen der Bezeichnung wie:

  • „Heilpraktiker Psychotherapie“
  • „Psychotherapeut nach Heilpraktikergesetz“
  • „Psychotherapeutischer Heilpraktiker“

Es handelt sich dabei nicht um eine gleichwertige Qualifikation zum „Psychologischen Psychotherapeuten“ oder „Ärztlichen Psychotherapeuten“. Heilpraktiker absolvieren lediglich eine Prüfung beim Gesundheitsamt. Ein Studium an einer Universität ist nicht nötig. Heilpraktiker sind nicht dazu verpflichtet, wissenschaftlich anerkannte Methoden in ihrer Behandlung anzuwenden. Auch Medikamente dürfen von ihnen nicht verschrieben werden. Daher bestehen große Unterschiede in der Behandlungsqualität. Die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und müssen vom Patienten selbst getragen werden.

  • Schwerpunkt: Psychotherapie
  • Studium: nicht zwingend
  • Zusatzqualifikation: Prüfung beim Gesundheitsamt
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Ja
  • Kostenübernahme: Privat oder mit Zusatzversicherung

Psychologischer Berater und Coach

Die Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ ist in Deutschland nicht geschützt, daher ist hier Vorsicht geboten, wenn man nach einer psychotherapeutischen Behandlung sucht. Es ist in jedem Fall ratsam, sich nach den Qualifikationen des Beraters zu erkundigen. Einige qualifizierte Psychologen und Psychotherapeuten bieten ebenfalls „Psychologische Beratung“ oder „Coaching“ für Privatzahler an. Ein Vorteil besteht darin, dass hierfür (im Gegensatz zu einer Psychotherapie) keine Diagnose und keine Anträge bei der Krankenkasse eingehen müssen.

  • Schwerpunkt: Beratung, Coaching, Training
  • Studium: nicht zwingend
  • Zusatzqualifikation: nicht zwingend
  • Geschützte Berufsbezeichnung: Nein
  • Kostenübernahme: Nein

Hausarzt

Der Hausarzt nimmt eine wichtige Rolle bei der Diagnose einer Depression ein. Für die meisten Menschen ist er die erste Anlaufstelle. Die Diagnose Depression wird in 70% der Fälle durch einen Hausarzt gestellt. Er kennt die Krankengeschichte und das Umfeld seiner Patienten meist gut. Über den Hausarzt kann eine Verbindung zu einem Psychiater oder Psychotherapeuten hergestellt werden.

Eine Hilfe für den ersten Kontakt

Wie macht man den ersten Schritt, wenn man herausgefunden hat, an wen man sich wenden sollte? Es fällt vielen Menschen schwer, sich mit dem Thema Depression an eine außenstehende Person zu wenden, selbst wenn diese ein Arzt oder Therapeut ist. Wie findest du die richtigen Worte? Kann der Arzt oder Therapeut deine Beschwerden nachvollziehen?

Die Moodpath App kann dir diesen ersten Schritt erleichtern. Sie stellt dir auf Deinem Smartphone dreimal täglich Fragen zu deinem emotionalen und körperlichen Wohlbefinden und erstellt somit ein genaues Bild deiner Stimmung. Moodpath erkennt die Symptome einer Depression. Nach 14 Tagen erhältst du eine fundierte Einschätzung Deiner psychischen Gesundheit. Du hast die Möglichkeit die Ergebnisse in Form eines Arztbriefs auszudrucken und zu deinem ersten Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten mitzunehmen. Dies kann den Einstieg in das Gespräch erleichtern und dem Behandler als gute Übersicht über deine Beschwerden dienen.

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